Urteile zur Verkehrssicherheit

 

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VTA-Reglen zu oft
finale Konsequenz unnötiger Baumfällungen
Es werden leider immer noch jährlich unzählige Bäume unnötig gefällt, weil sie nach den VTA (Visual Tree Assessment) angeblich nicht mehr sicher sind.
Das aktuelle Urteil des Thüringer OLG (65 Thüringer OLG ▪ Urteil vom 27.06.2013 – 4 U 441/12), das in Fachkreisen nur Kopfschütteln auslöst, ist ebenfalls Beleg für die irrationalen VTA-Regeln. Der den Senat beratende Gutachter hat die erforderliche Sachkunde nicht erkennen lassen, wodurch der Waldbesitzer ungerechtfertigt hinsichtlich der Verkehrssicherungspflicht eines auf einer Böschung stehenden Ahorns, der auf die Straße gestürzt ist, in Regress genommen wurde.
Auch die wissenschaftlichen Ergebnisse von RUST/DETTER/SPATZ bestätigen die Invalidität der VTA-These des "Axioms der konstanten Spannung" und widerlegen einen monokausalen Zusammenhang zwischen der Stand- und Bruchsicherheit des Lebewesens Baum vom Verhältnis Baumhöhe zu Stammdurchmesser (h/d). Die Beurteilung anhand der monokausalen VTA - Regeln
    > h/d = Verhältniszahl von Baumhöhe zu Stammdurchmesser
    > t/r = Verhältniszahl von Restwandstärke zu Stammdurchmesser
ist schon seit Jahren in der fachlichen und wissenschaftlichen Kritik (vergl. z.B. GRUBER, SINN, WESSOLLY). Man darf mit belastbarer Basis mutmaßen, dass der monofaktorale Zusammenhang von l/d (Verhältnis von Astlänge zu Astdurchmesser) ebenfalls kein Kriterium für die Abbruchgefahr von Ästen ist.
Im Seminarband zum Gehölz-Symposium 2014 finden sich neue Beispiele von RUST und DETTER hinsichtlich der Invalidität von VTA.
 

Hinweis in eigener Sache: dasgrün.de  stellt sich einer fachlichen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung, um dazu beizutragen, dass zukünftig weniger Bäume monokausalen Regeln (VTA oder anderen) zum Opfer fallen, wohl wissend, dass Kritiker von VTA rigoros abgemahnt, desavouiert und massiv in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht werden.